Damaris Hope

Damaris Hope

Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“

Galater 5,14

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ Mich selbst lieben, ist das nicht Narzissmus? Sollte und darf man sich selbst lieben?

Dazu fällt mir folgende Begebenheiten aus meinem Leben ein: Es fiel mir Jahrzehnte lang schwer, mich selbst zu lieben. Ich konnte mich im Spiegel nicht wahrnehmen. Das Bild, das ich sah, war kein ganzes. Ich erkannte mich nur stückweise. Ich konnte mich nicht so annehmen, wie ich war – und zwar von Gott erschaffen und geliebt. Es waren viele Gespräche und Übungen notwendig, um mich so akzeptieren zu können, wie ich bin.

Wie wichtig die Selbstannahme und Liebe ist, wurde mir durch das Studieren der Bibel bewusst. Denn darinsteht, dass Gott mich so liebt, wie ich bin. Der heutige Bibelvers hat es mir sehr deutlich gemacht, dass ich das einfach annehmen darf.

Es ist wichtig, sich selbst zu lieben. Nicht nur weil Jesus es als höchstes Gebot gab. Es ist wichtig, um ein gesundes Selbst zu haben. Dazu gehört es, auf seinen Körper zu hören, nicht über seine Grenzen zu gehen und sich selbst zu achten. Jedoch setzt Selbstliebe voraus, Liebe erfahren zu haben. Aber auch ohne diese Erfahrung ist es möglich, Selbstachtung zu gewinnen. Wenn wir Gottes Liebe in unseren Herzen einziehen lassen,

können wir Nächstenliebe geben. Wir können andere so behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchte: mit Respekt und Achtung. Mit innerer Stabilität und Selbstachtung ist uns das möglich.

Dieses Gebot, das Jesus uns Menschen gab, bindet die Selbstliebe an die Nächstenliebe. Und das ist nicht einfach umzusetzen, aber möglich, wenn wir an uns arbeiten und beides in Einklang miteinander bringen. Wenn wir uns dem anderen öffnen. Wenn wir die Liebe nicht mit dem Gefühl des Geliebt seins vergleichen, sondern an die Taten der Liebe denken.

Liebe ist ein gegenseitiges Annehmen, so wie Gott es uns gelehrt hat. Er hat zuerst uns geliebt – ohne Bedingung und Vorgaben. Wenn wir uns in Selbstliebe üben, können wir auch unseren Nächsten lieben lernen.

Damaris Hope

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Matthäus 6,12

Durch meine Tätigkeit in der Kindertagesstätte hinterfrage ich manchmal, ob unser heutiger Erziehungsstil hilfreich für die Kinder ist.

Es ist faszinierend zu beobachten, wie verschieden alle Menschen, alle Lebewesen und die Natur von Gott erschaffen wurden, so einmalig und vielfältig. Ist es da angemessen, die Erziehung ans Schema F anzupassen? Ich denke, in sozialen Einrichtungen wie Kitas und Schulen ist es nicht anders möglich, als mit einem klaren Konzept zu arbeiten.

In der Familie sollte man die Einzigartigkeit des Kindes berücksichtigen und fördern. Wie könnte eine solche Erziehung aussehen?

Ich bin der Überzeugung, dass Erziehung erstens ein Fundament haben sollte, das die bedingungslose Liebe und Geborgenheit sowie Achtung und Respekt vor Gott und den Familienmitgliedern in den Vordergrund stellt. Zweitens sollte ein Zusammenleben Unterweisungen und klaren Regeln einschließen. Drittens sollte dies alles von den Erziehenden mit Konsequenz und Disziplin begleitet werden.

Dabei müssen Möglichkeiten geschaffen werden, um dem Kind Freiräume zu geben, seine eigene Kreativität und seine Vorzüge zu erforschen. Wir sollten unsere Kinder fordern, aber nicht überfordern. Dazu fand ich als junge Mutter eine Punkteliste sehr hilfreich. So gab es zum Beispiel für Tätigkeiten, die dem Kind noch nicht selbstständig von der Hand gingen, ein Punkt, bis diese routiniert erledigt werden konnten. Ebenso gehörte dazu, das Taschengeld dem Alter entsprechend zu staffeln und den Kindern eigene Verantwortung zu tragen. Außerdem ist ein Wochenplan sinnvoll, der jedem Kind seine Aufgaben aufzeigt, und sie dadurch klare Strukturen haben. In einer Familie ist es wichtig, dass jeder seinen Teil altersentsprechend beiträgt.

Das alles war hilfreich zur Erziehung unsere Kinder und hat mit Gottes Hilfe bewirkt, dass jeder Einzelne seine eigene Persönlichkeit entwickelte und mit seiner Andersartigkeit bis heute zum Wirgefühl unserer Familie beiträgt.

Ich danke Gott dafür, wie einzigartig er uns Menschen und die gesamte Welt erschaffen hat!

Buchlesung von Damaris Hope

Am 04.09.2020 fand eine Buchlesung von Frau Damaris Hope in der Adventgemeinde in Gießen statt. Frau Hope hat bestimmte Textpassagen ausgewählt:

  1. Begrüßung
  2. Einführung
  3. Mein erster phobischer Anfall
  4. Mein Weg zu Gott und die Gemeinde
  5. Gefühle Sommer 1995
  6. Gefühle Anfang 2012.
  • Mehr zum Titel finden sie auf dieser Webseite unter Bücher.
  • Mehr über Damaris Hope erfahren sie hier Wer wir sind.

Die Buchlesung können sie hier als Audiodatei hören. Eine Vervielfältigung, Änderung oder Weitergabe bedarf der Zustimmung durch Frau Damaris Hope.

Die Stimme von Frau Hope wurde verzerrt aufgenommen, da sie ihr Pseudonym schützen möchte. Es liegt nicht an der Audiospur oder ihrem Gerät.

Audioaufnahme der Buchlesung von Frau Damaris Hope vom 04.09.2020 in der Adventgemeinde Gießen.
(c) 2020 Damaris Hope

Kinder stark machen gegen sexuelle Gewalt

Warum schreib ich das? Welche Motivation habe ich mich damit zu beschäftigen?

Ganz einfach, es erleidet schätzungsweise immer noch jedes 10 Kind sexuelle Gewalt, wie aus verschiedenen Untersuchungen hervorgeht. 

Ich weiß aus eigene Erfahrung wie schwer es ist als Opfer von sexueller Gewalt zu leben. Nicht jeder Tag ist gleich und die verschiedenen Stimmungen sind wechselhaft. Kein Sinn mehr in dem Leben zu sehen und ebenfalls nicht mehr mit der Erinnerung leben zu wollen. Immer wieder mal von Vergangenheit gefangen genommen werden. Oft zweifelt man an sich selbst und fühlt sich an allem Schuld. 

Ich habe schätzungsweise einige Hunderte Vergewaltigungen von meinem Vater erlebt. Wie hatte ich das in meiner Kindheit verdrängt? Ich bin sinnbildlich aus meinem Körper gestiegen, wenn ich wusste es passiert wieder, dass was ich nicht mag, mir weh tut. Ich hatte keinen Namen dafür was da passiert und mit mir gemacht wurde. Mein Vater erzählte mir zu dem immer wieder, wenn ich jemanden was davon erzähle, komme ich ins Gefängnis, weil ich was sehr Böses mit ihm tue. Das wollte ich natürlich nicht. Wie hatte ich damals Angst, wenn mein Vater zum Beichten ging, würde er den Pfarrer etwas verraten, was ich Böses getan habe, komm ich dann ins Gefängnis?

Heute würde ich auch zweifeln und ein lautes NEIN kundtun. Wie konnte ich das fast 10 Jahre glauben, eigentlich meine ganze Kindheit. Doch welches Kind ist anfangs nicht voller vertrauen zu seinem Vater? Liebt man seine Eltern doch über alles und möchte ihnen gefallen.

Die Folgen von dieser sexuellen Gewalt sind immer noch für mich sehr schwer. Ich leide heute noch unter den Folgen und lebe dadurch eingeschränkt. Ich habe verschiedene Einschränkungen in meiner Lebensqualität. 

Mich hatte damals zu Beginn im Erwachsenenalter, als mir alle Erinnerungen des Tatherganges wieder bewusstwurden, mich eine Depression heimgesucht. Doch egal wie tief ich unten war, irgendjemand war daran interessiert mich zu schützen. Mich zu was Sinnvollem zu gebrauchen? Auch war es mir plötzlich sehr wichtig, mich mit der Bibel zu beschäftigen. Es war für mich ein großes Verlangen. Ich wollte die Bibel verstehen. So suchte ich bei Freundinnen, die überzeugte Christinen sind Hilfe. Leider waren alle zu dieser Zeit sehr im Alltagsstress und hatten keine Zeit. Ich war jedoch so beharrlich und gab nicht auf zu Fragen, bis ich Erfolg hatte. 

Ich war von Anfang an, so beeindruckt von Gottes Wort, von seiner Liebe und was er schon alles für mich getan hat, dass ich nicht ruhig darum sein konnte. Ich musst es jedem erzählen, mich darüber mitteilen. So lernte ich mit Hilfe Gottes Wort meinen Vater zu verzeihen, nicht, weil ich muss, sondern aus dem Herzen. Ich bekam Bibelstunden und ließ mich Taufen. 

Ich bin nicht geheilt oder kann kein normales Leben führen wie andere Menschen. Aber ich habe gelernt mit Gottes Hilfe zu Überleben. Nicht jeder Tag ist lebenswert und einfach für mich. Noch zu oft falle ich in ein Loch der Sinnlosigkeit. 

Was mir jedoch bei allem eine sehr große Hilfe war, waren und sind mir meine Freunde. Menschen, die für mich da sind, wenn ich sie mal brauche. Nicht aus Mitleid, sondern mit der wahren Freundschaft.

Nicht zu vergessen mein Mann und meine mittlerweile erwachsenen Kinder, den auch sie mussten auf einiges verzichten wegen meiner Lebensgeschichte. Doch eins war ihnen immer gewiss, mein Liebe zu ihnen und das hat sich bis heute nicht geändert. 

Seid sie alle ihr eigenes Leben führen habe ich mir zum Ziel gemacht, Kinder stark zu machen und gegen sexuelle Gewalt aufzuklären. Für jedes Kind, dass eine unbeschwerte Kindheit verleben kann, ist es wert sich einzusetzen.

Es ist nicht nachvollziehbar, wie viele wir dadurch besonders gegen sexuelle Gewalt schützen konnten. Ist das denn wichtig? Nein, durch Aufklärung und stark machen unserer Kinder haben wir Hoffnung, dass unsere Kinder starke und selbstbewusste erwachsene Kinder Gottes werden können. 

Wie wir Kinder am besten stark machen? 

  • In dem wir ihnen vermitteln, dein Körper gehört dir. 
  • Ihnen eine Sexualerziehung Kindgerecht angedeihen lassen. 
  • Ihre Gefühle achten und respektieren.
  • Sie ein Recht haben Nein zu sagen, wenn es sich unwohl fühlt.
  • Geschenke nicht mit Gegenleistungen verbunden sind.
  • Schlechte Geheimnisse weitererzählen darf.
  • Sich Hilfe holen darf.
  • Keiner ihm Angst machen darf.
  • Eine eigene Meinung haben darf.