Andacht

Georgia Busch

Der Sohn aber sprach zu ihm: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße.“

Lukas 15,21

Wie viel Überwindung hat es mich gekostet jemanden zu vergeben! Ich musste Abstand gewinnen. Verletzungen sind oft tief verankert. Ich weiß, wie es ist, wenn man zwar etwas vergeben hat, es aber noch lange nicht vergessen kann. Durch die Vergebung kann ich es aber aus einer anderen, versöhnten Perspektive betrachten.

In dem obigen Text geht es um die Geschichte des verlorenen Sohns. Er bat seinen Vater, ihm sein Erbteil auszuzahlen, und zog daraufhin in ein fernes Land. Dort gab er das ganze Geld aus. Als er nichts mehr davon übrighatte und im fernen Land die Hungersnot ausbrach, hütete er für jemanden die Schweine. Bestimmt hatte er in dieser Zeit über so bisheriges Leben nachgedacht. Schließlich entschloss er sich, wieder zu seinem Vater zurückzugehen. Das bedeutete auch, seinen Vater um Vergebung zu bitten, dass er gegen ihn und den Himmel gesündigt hat. (Lk 15,11- 32)

Ich kann mir gut vorstellen, wie schwer es ihm gefallen sein muss, diesen Schritt zu gehen. Welche Gedanken und Gefühle er wohl hatte, als er auf den Heimweg war? Freute er sich? Oder mischten sich Zweifel dazu, ob der Vater ihm überhaupt vergeben würde? Doch er war bereit, seinen Vater um Vergebung zu bitten. Ihm war bewusst geworden, wie sehr er seinen Vater verletzt haben musste.

Auch uns kann es passieren, dass wir Menschen bewusst oder unbewusst verletzen. Manchmal werden uns Auswirkungen erst im Nachhinein bewusst, und dann wünschen wir uns, unser Handeln ungeschehen machen zu können.

Gott möchte uns helfen, das wiedergutzumachen, deshalb hat er Jesus zu uns Menschen geschickt, der Vergebung zwischen Gott und uns Menschen direkt möglich gemacht hat. Vergebung ist aber auch nötig zwischen uns Menschen. Gerade weil Gott uns Menschen vergibt, sollten wir bereit sein, auch unsere Mitmenschen um Vergebung zu bitten.

Ich weiß, dass es kein einfacher Schritt ist Manches Mal die Verletzung viel zu groß. Es gibt Verletzungen, die Zeit zum Heilen brauchen. Trotz allem ist das mein Gebet: „Und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir vergeben allen, die an uns schuldig werden. Und führe uns nicht in Versuchung.“ (Lk 11,4)   

Georgia Busch

Darum ist es das Beste, geduldig zu sein und auf die Hilfe des Herrn zu warten.

Klagelieder 3,26 (Hoffnung für alle)

Kennt ihr das, wie schwer es fällt, geduldig zu sein? Bei vielen Dingen fällt es uns schwer, geduldig abzuwarten. Da bittet man Gott im Gebet schon seit geraumer Zeit um eine für uns wichtige Sache und man sieht kein Vorrankommen. Wir werden immer ungeduldiger und sind fast dabei aufzugeben. Dann macht sich die Enttäuschung in uns breit.

Wir sind damit aber nicht allein. Gott hatte Abraham und Sara verheißen, einen Sohn zu bekommen. Die Erfüllung dieser Verheißung ließ aber lange auf sich warten. Abraham und Sara wollten nicht warten. Das hatte viel Leid für Abraham, Sara, Hagar und Ismael zur Folge. (1.Mose 15 – 21)

Wenn wir zu ungeduldig sind oder etwas zu früh geschieht, ist das nicht immer hilfreich. So kann eine frühzeitige Geburt für ein Kind lebensgefährlich sein oder gar den Tod bedeuten.

Obwohl ich um die Bedeutung von Geduld in vielen Bereichen weiß, fällt es mir auch heute noch schwer, geduldig abzuwarten – wenn auch mittlerweile leichter als vor Jahren, wo mein Alltag hektischer und somit planmäßiger ablaufen musste. Ich bete oft um Geduld. Besonders bei Schwierigkeiten, fehlt mir hin und wieder. Da klingt mein Gebet dann eher so: „Herr gib mir Geduld, aber bitte sofort!“

Jakobus empfiehlt, dass wir in Geduld und Glaube allen Anfechtungen widerstehen: „Meine Brüder und Schwestern … wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt. Die Geduld aber soll zu einem vollkommenen Werk führen, damit ihr vollkommen und unversehrt seid und keinen Mangel habt.“ (Jak 1,2-4) Lasst uns Jakobus´ Rat befolgen und uns in Geduld üben, bis Jesus wiederkommt.

Wenn der Baum geboren wird,

ist er nicht sofort groß.

Wenn er groß ist,

blüht er nicht sofort.

Wenn er blüht,

bringt er nicht sofort Früchte hervor.

Wenn er Früchte hervorbringt,

sind sie nicht sofort reif.

Wenn sie reif sind,

werden sie nicht sofort gegessen.

(Aegidius von Assisi, 1186 – 1231)

Georgia Busch

Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!

2. Korinther 9,15

Wenn ich ein Geschenk, eine Aufmerksamkeit bekomme, ist es mir ein Bedürfnis, mich zu bedanken. Ich möchte meine Freude mit dem Geber teilen, sie weitergeben und auch andere teilhaben lassen. Wie sieht es mit meiner Dankbarkeit Gott gegenüber aus? Bin ich auch ihm gegenüber so aufmerksam für all seine Fürsorge und Geschenke an mich? Für seine unaussprechliche Gabe, die in dem Bibeltext steht und auf seine überschwängliche Gnade hinweist? Gott weiß, dass wir ohne seine Gnade und Liebe nicht bestehen können, weil unsere Verfehlungen uns von Gott trennen. Deshalb hat er uns seinen Sohn gesandt. Er hat uns ein Geschenk von größter Bedeutung gemacht, ganz aus freien Stücken, damit wir nicht verloren gehen. „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Joh 3,16) Gibt es eine schönere Liebeserklärung von Gott an uns? Jesus wurde Mensch für meine und deine Fehltritte! Wir brauchen seine göttliche Gnade, um gerettet zu werden. Wie kostbar ist Gottes Geschenk! Er bietet es uns an, nicht weil wir es verdient haben, sondern weil er uns liebt. Wäre uns irgendetwas ohne sein Dazutun möglich? Ich bin nicht in eine gläubige Familie hineingeboren. Aber mir waren verschiedene biblische Geschichten bekannt. Und ich war neugierig darauf, mehr über die Bibel, Gottes Wort, zu erfahren, und suchte in unserer hektischen Zeit jemanden, der mir den Umgang damit zeigen konnte. Gott offenbarte sich mir, und ich durfte seine Liebe erfahren und daran teilhaben. Gott will uns alle zu sich führen, da wir seine Kinder sind und er keines nicht ein einziges – verlieren möchte. Deshalb findet er immer wieder neue Wege, um unsere Herzen anzurühren. Aber hören wir auf seine Stimme, wenn er mit uns spricht? Oder stellen wir auf Durchzug? Vergessen wir zu danken für das, was Gott uns in unserem täglichen Leben gibt, und dass er so wundervoll für uns sorgt? Am besten fangen wir gleich damit an. Möge Gott uns jeden Tag vor Augen führen, wofür wir alles danken können

Georgia Busch

Wenn ich ihnen zulachte, so fassten sie Vertrauen, und das Licht meines Angesichts tröstete die Trauernden.

Hiob 29,24

Lachen kann anstecken. Wenn ich mit anderen Menschen zusammenkomme, ist es meist sehr beeindruckend, wie ein freundliches Lächeln erwidert wird. Dieses Lächeln macht vor niemandem halt, weder vor Jung noch vor Alt. Ich genieße es immer wieder, ein Lächeln und somit Freude zu verschenken.

Ein Lächeln und ein freundliches Wort für unsere Mitmenschen sind aufbauend und manchmal mehr wert als viele andere Bemühungen, unsere Mitmenschen zu erreichen, um Gottes Liebe weiterzugeben. Durch ein Lächeln entsteht erst ein nettes Gespräch, oft der Austausch unserer Kontaktdaten und nicht selten eine besondere Beziehung, bis hin zur Freundschaft.

Oft wird mir bewusst, dass es nicht immer die großen Dinge sind, die etwas bewegen, sondern das, was wir wirklich von Herzen geben.

Hast du schon mal beobachtet, was passiert, wenn man jemanden nett und zuvorkommend anlächelt? Welch eine große Wirkung das hat?

Das Lächeln löst innere Verspannungen, ebenso kann es bei verschiedenen schweren

seelischen Belastungen ein wenig von deren Spitze nehmen. Unser Immunsystem wird ebenfalls gestärkt. Vieles im Leben geht leichter und man gewinnt bei einem herzlichen, ehrlichen Lachen auch oft Abstand zu den alltäglichen Herausforderungen. Es können bestimmt viele bestätigen, wie gut es uns allen tut, uns mit freundlichen Mitmenschen zu umgeben, und wie sehr diese unser Leben mit einem Lächeln erleichtern können.

Unser Lächeln kann Brücken bauen, wo man sich sprachlich nicht verständigen kann, Brücken, um Achtung und Wertschätzung füreinander auszudrücken. Ein Lächeln aus dem Herzen, das nicht aufgesetzt oder erzwungen ist. Es ist nur eine kleine Geste, die Herzen erwärmt und Hoffnung gibt. Es kann unausgesprochene Gefühle und Absichten zeigen.

Probiere es aus, erfahre die Dankbarkeit des Gegenübers und fühle, was es auch in dir für Veränderungen bewirkt.